Loveparade 2002 Berlin
Access Peace!
Es war ein herrliches Erlebnis!
So lässt sich die Loveparade 2002 kurz zusammenfassen.
Auch wenn, wie jedes Jahr, viele versuchen die Loveparade schlecht zu
reden/schreiben, bleibt dieses Fazit für mich bestehen. Ob es nun 750000 Raver
(und sonstige Besucher) waren, oder mehr/weniger, wen interessiert diese
"Erbsenzählerei" eigentlich und welchen Sinn soll sie haben???


Doch zurück zur Loveparade an sich. Bereits um 7.00 Uhr
morgens war die Mannschaft des Wagen 21 (KuFa/Flash) am Ernst Reuter Platz,
unserem Startpunkt. Ich selbst war ab 10.00 Uhr morgens unterwegs und bin
zusammen mit vielen anderen erst einmal die Strecke abgelaufen. Upps, da merkte
man erst mal, wie lange die Strecke wirklich ist. Auch wenn man zügig geht,
braucht man zu Fuß schon gut 20 Minuten, um vom Ernst-Reuter Platz über die
Siegessäule zum Brandenburger Tor zu kommen. Auch im Tiergarten selbst war um
diese frühe Uhrzeit schon viel los; viele Raver nutzen die Wiesen im Tiergarten
um sich noch etwas zu erholen und/oder zu frühstücken.
Um 13.00 Uhr war dann Treff für alle die auf dem Wagen
KuFa/Flash mitfahren wollten. Gemäß alter Tradition kam dann als letzter der
Mann, der die Ausweise für den Wagen hatte: Cassius Clemens, Geschäftsführer der
beiden Clubs aus dem Saarland. Während andere Wagen zum Teil auch Karten für den
Wagen verkauft haben, hatte man beim Wagen 21 nur die Chance mitzufahren, wenn
man Cassius persönlich bekannt war, also Stammgast in einem seiner Clubs ist.
Und das waren Stammgäste........ uhhh, wollte man das Aussehen und die
Bekleidung der "Mitfahrer und Mitfahrerinnen" benoten, bleibt nur die Note 1++!
Die Temperatur in Berlin war zwar sehr heiß, aber das Outfit der Girls und Boys
auf dem KuFa/Flash-Wagen war noch heißer!


Dann blieb nur noch das Warten, bis es endlich 14.00 Uhr
wurde. Erst um 14.00 Uhr durften die Soundanlagen der Wagen eingeschaltet
werden. Wieviel Watt so ein Wagen hat: da kann man nur die gleiche Antwort
geben, die Rolls Royce gibt, wenn man nach der PS-Zahl ihrer Autos fragt: auf
jeden Fall ausreichend! Alleine 14000 Watt auf den Bässen waren rein theoretisch
möglich, aber dies wurde nie voll ausgenutzt.
An dieser Stelle auch noch ein Wort zur generellen
Lautstärke: sicher ist es nicht leise auf der Loveparade, aber in den meisten
Discotheken ist es wesentlich lauter und solange man selbst auf einem Wagen das
Trillerpfeifen-Konzert der Raver so deutlich hören kann, ist die Lautstärke der
Soundanlagen sicher erträglich. Es gehört auch zum Ehrgeiz aller Wagenbetreiber
nur die besten Soundanlagen zu verwenden, die computergesteuert genau auf den
Wagen abgestimmt werden!
Es folgte einer der schönsten Momente der Parade: das
Losfahren des Wagens. Klingt so "normal" und nichts sagend, aber es ist ein
einmaliges Erlebnis, wenn sich in mitten von hunderttausenden Ravern der Wagen
zum ersten Mal bewegt. Wer diesen Moment noch nicht auf einem Wagen mitgemacht
hat, der hat wirklich etwas verpasst, den dieses Gefühl lässt sich wirklich
nicht beschreiben und dieses Gefühl ist für mich mit einer der Hauptgründe,
warum Cassius Clemens seit 5 Jahren eine eigenen Wagen auf der Loveparade hat,
obwohl die Kosten und die Vorarbeit für so einen Wagen immens sind.


Der zweite herrliche Moment folgt, wenn sich die Wagen,
die zum Teil vom Ernst Reuter Platz und zum Teil vom Brandenburger Tor starten,
begegnen. Mit lauten Gehupe der Trucks und winken und kreischen der Raver auf
den Wagen, wird der jeweils andere Wagen begrüßt! Viele der Bilder von blanken
Bussen etc., die man in den Zeitschriften sieht, stammen von diesen
"Begegnungen", denn man will ja schließlich dem anderen Wagen zeigen, was man
alles so dabei hat!
Da ich nicht nur auf dem Wagen der KuFa unterwegs war,
sondern praktisch jeden Wagen mitbekommen habe, kann ich dem Team und den DJ´s
um Cassius wirklich nur ein Lob aussprechen und das liegt nicht daran, dass der
Wagen aus dem Saarland kommt: für mich hatte der Wagen KuFa/Flash mit die beste
Musik! Vor allem das Team Senad am Mikro und DJ Pi an den Plattentellern sorgte
für Stimmung! Das dies nicht nur mir aufgefallen ist, merkte man schnell an den
vielen Ravern, die mit dem Wagen mitgelaufen sind. Erst wenige, dann immer mehr
und mehr, bis sich um den Wagen ein richtiges festes Stammpublikum gebildet
hatte, die dem Wagen quer durch die Menschenmassen gefolgt sind!
Und dann kam "Er"......der Regen.... und (wieder einmal kaum
zu glauben, aber wahr): jeder freute sich über die kurze und angenehme
Abkühlung. Petrus hatte es gut gemeint und hat die Raver, die sich zum Teil
schon verausgabt hatten, einfach mit wenigen, warmen Regentropfen wieder fit
gemacht. "Loveparade im Regen" und andere Schlagzeilen... vergesst sie einfach,
den diese Schlagzeilen wurden höchstwahrscheinlich von Leuten geschrieben, die
schon vor dem 13.07.02 wussten, dass sie nur wenig positives über die Loveparade
schreiben werden.


Nach dem Regen ging dann auch noch eine Sturmwarnung ein, die
die Abschlusskundgebung um 18.00 Uhr in Gefahr gebracht hätte. Diese
Sturmwarnung wurde jedoch kurz später widerrufen und so fuhren die Wagen dann ab
ca. 19.00 Uhr wieder bei warmen und trockenem Wetter in den Bereich der
Siegessäule ein. Hier wurden auch dann die Soundanlagen der einzelnen Wagen an
den zentrale DJ-Stand gekoppelt. Dr. Motte, Blank and Jones (die Ihren eigenen
Wagen zwei Wagen vor dem Truck KuFa/Flash hatten), Westbam und viele andere
bekannte DJ´s legten hier bis gegen 23.00 Uhr auf.
Positiv aufgefallen sind mir auch die vielen Getränke und
Essenstände entlang der Paradestrecke. Man bekam wirklich alles: Bier,
Erfrischungsgetränke und vor allem Wasser, aber auch Kebab und alle Arten von
Früchten bis hin zur großen Wassermelone gab es zu kaufen. Und die Preise?
Sicher nicht gerade billig, aber eine Dose Bier für 2.- Euro....... ich finde,
das ist durchaus akzeptabel. Viel weniger zahlt man auch bei einem Fußballspiel
im Stadion nicht, nur dort sind dann die Preise kein Thema in den Schlagzeilen.
Durch den allgemeinen Stau im Trubel um die Siegessäule kam
der Wagen KuFa/Flash und die nachfolgenden Wagen erst gegen 21.30 Uhr an der
Siegessäule an, was der Stimmung auf und um den Wagen herum keinen Abbruch tat!
Wirklich bis zum Ausschalten der Soundanlage gab hier jeder sein letztes und
Tanzte und Tanzte!


Und dann???? Dann ging es natürlich weiter. Rund 100 Partys
fanden in der Nacht vom Samstag auf Sonntag in Berlin statt! Die bekanntesten
Parties, bei denen viele berühmte DJ´s auflegten, waren "Lovestern Galaktika" in
den Messehallen, "Loveairport" in den Hangars des Flugplatzes Tempelhof, "Ministry
of Sound", und, und, und....
Fazit: man sollte nicht immer versuchen, alles schlecht
zureden oder zu schreiben! Die Loveparade 2002 war von der Stimmung und vom
Feeling her auf jeden Fall ein voller Erfolg und die Stadt Berlin sollte sich
glücklich schätzen, die "Mutter aller Loveparaden" bei sich beherbergen zu
können. Sicher: am Sonntag musste viel Müll weggeräumt werden, aber bei 750000
Menschen an einem Ort fällt nun mal auch Müll an. Eins steht für mich fest: auch
bei der Loveparade 2003 werde ich dabei sein und, wenn möglich, werde ich wieder
auf dem Wagen sein, der dieses Jahr die Nummer 21 hatte: der Wagen von Cassius
Clemens und seinem Team: KuFa/Flash!
Norbert Pogrzeba, 15.07.2002