Bericht Ibiza 2006
Artikel für die Zeitschrift “Young, World in Motion”
Ibiza 2006: „die weiße Insel wird wieder weiß”
Seit mehreren Jahren bin ich ja in der Szene von Ibiza unterwegs und bekomme so das „up and down“ auf Ibiza mit. Da stellt sich natürlich die Frage: wie wird die Saison 2006?
2006 wird für Ibiza ein recht interessantes Jahr werden. Man hat gemerkt, dass man Urlaubern etwas bieten muss. Diese Erkenntnis hat zwar lange gedauert, aber besser jetzt, als nie. Nachdem letzten Jahr viele Urlauber (vor allem in der Hauptsaison) gefehlt haben, war der Schock erst einmal groß und jedem wurde plötzlich klar, dass die zum Teil herrschenden „Mondpreise“ in Bars und Restaurants „überdacht“ werden müssen. Die alte Philosophie „weniger Gäste = höhere Preise = gleicher Jahresumsatz, wie jedes Jahr“ lässt sich halt nicht ohne Schaden weiter fortsetzen.
Bereits jetzt im März/April kann man schon einen positiven Aufschwung merken. Wo früher nur die Wände in direkter Sicht der Urlauber gestrichen waren (der Rest dann aber in einem fragwürdigen Zustand verblieben ist) sind zur Zeit Malerkolonnen dabei die „weiße Insel“ wieder weiß zu streichen. „Unser Ibiza soll schöner werden“ ist zur Zeit die Devise und wie meistens: fängt einer an, wollen auch die anderen nicht nachstehen.
Auch bei den Clubs sind Änderungen feststellbar: hat man in der Vergangenheit im April nachgefragt, wann den die Openings der Clubs stattfinden, bekam man als Antwort höchstens ein Schulterzucken. Dieses Jahr ist es anders: die erste Juni Woche wurde bereits Ende Februar als die Opening Week deklariert und Mitte Juni dürften bereits alle Clubs geöffnet sein.
An der Preispolitik der Clubs dürfte sich voraussichtlich nichts ändern; Eintrittspreise bis zu 50.-Euro pro Abend und recht hoher Getränkepreise müssen weiterhin einkalkuliert werden, aber das sind die Abende auch irgendwie wert. Klar, eine Manumission-Party im Privilege oder Sven Väth´s Cocoon Club im Amnesia ist nicht „billig“, aber hier stimmt das Preis/-Leistungsverhältnis, da man solche Partys nur auf Ibiza erleben kann.
Wer aber die Clubs besuchen will und keine 50 Euro ausgeben kann oder will, dem bleiben noch einige Alternativen. Es gibt „teure“ Abende in den Clubs und auch recht günstige (ab ca. 20 Euro). Das sind Abende, an denen nicht soooo viel los ist, aber zum „reinschnuppern“ auf jeden Fall in Ordnung sind. Mein Tipp: Abends auf der „Meile“ in Ibiza Stadt entweder bei der Bar Mambo oder im Savoy nachfragen. Beide Bars sind bekannt dafür, dass sie gute Kontakte zu den Clubs haben und auch reale Karten für die Clubs anbieten. Nichts ist schlimmer, als viel Geld für Eintrittskarten irgendwo bei einem „Händler“ zu zahlen um dann am Eingang des Clubs zu erfahren, dass die Karten schlechte Kopien sind. Gerade im Bezug auf Eintrittskarten gibt es hier viel „Ideenreichtum“, also Vorsicht!
Eine andere Alternative zu den großen und bekannten Clubs stellt das „Love Ibiza“ da. Was ist das??? Noch nie gehört??? Kein Wunder, den das „Love Ibiza“ ist ein neuer Name in einem nicht ganz so neuem Gebäude. Das frühere Somny und noch frühere Kiss wurden zusammengelegt und von der Love Cooperation übernommen, die u.a. auch in Hamburg einen Club besitzt. Vom „Love Ibiza“ erwarte ich mir sehr viel, da die Besitzer und Manager extrem augagiert sind. Das Kiss und Somny waren in der Vergangenheit schon recht gut (unvergessen die „Muschi Club“ Parties in 2004), aber das „Love Ibiza“ soll hier noch um Klassen besser und auch internationaler werden.
Eine weitere Alternative stellt inzwischen auch das Westend von San Antonio da. San Antonio, traditionell die „Enklave“ der Engländer, hat bereits vor mehreren Jahren erkannt, dass man sich mit dem „Sauftourismus“ die Zukunft verbaut und hat hier angefangen, auch die „guten Touristen“ anzulocken. Mit Erfolg! Die Strandpromenade von San Antonio ist einfach klasse und das berühmt, berüchtigte Westend ist inzwischen eine gute Kneipenstrecke. Man findet dort einfach alles, was man für einen guten Abend braucht: Ob irische Kneipe, Rockclub, Technodiscothek oder einfach nur einen guten Hamburgerstand, alles ist vorhanden und die Zeiten, in denen vollgelaufene Engländer und vor allem Engländerinnen (!) den Hang des Westends heruntergerollt sind, sind vorbei. Zwar haben die Engländer (und Engländerinnen) nicht auf einmal dem Alkohol abgeschworen, aber die Stadtverwaltung hat hier erfolgreich einiges getan, um die organisierten „Saufumzüge“ von Besuchergruppen a 30-70 Mann zu unterbinden.
Mein Fazit für 2006: Ibiza ist und bleibt ein ideales Ferienziel. Herrliche Strände; einmalige Clubs und Discotheken und ein gutes, unternehmungslustiges Publikum sind überall auf der Insel zu finden und die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Jahr das Preis-/Leistungsverhältnis auf einem guten Niveau ist, ist hoch! Ich selbst werde im Juni, Juli und im August jeweils für eine Woche „auf der Insel“ sein und natürlich wieder Informationen und neue Bilder aus der Nacht-/und Clubszene mitbringen.
Meine Empfehlungen für einen Ibiza-Urlaub:
Hotel:
Am besten ein Hotel an der Playa den Bossa buchen. Die Playa den Bossa ist ein sehr großer und vor allem zentraler Strand. Von dort aus erreicht man per Bus oder Mietwagen tagsüber auch einige der anderen Strände (z.B. alle 30 min. Linienbus zu den Salinas) und Abend kommt man per Linienbus an den Haven bzw. mit dem Discobus, der die ganze Nacht über alle Großdiscotheken anfährt, auch zu den Clubs.
Strände:
Die Playa den Bossa ist sicherlich nicht schlecht, aber Strände, wie z.B. Es Cavelett oder die Salinas gefallen mir persönlich wesentlich besser. An den Salinas findet man auch alle, die in den Clubs oder Bars arbeiten. An den 3 großen Strandbars der Salinas kann man es sich dann tagsüber bei chilliger Musik „gut gehen lassen“.
Nachtleben:
Den Start am Hafen sollte man aus meiner Sicht an der Meile beginnen: hier mag ich vor allem die „Bar Mambo“ und das „Savoy“. Ein Tipp für alle, die es mehr ausgefallen mögen: das „La Nada“ in der Cala Virgin (Parallelstrasse zur Meile im Gayviertel). Recht günstige Preise, gute Snacks und ein teilweise recht exotisches Publikum sind jeden Abend bei Jens zu finden.
Restaurants:
Das Can Lluis am Ende des Hafen bietet viele gute Tappas und ist jeden Abend von vielen Einheimischen besucht. Ein „Geheimtipp“, für alle, die mal die indische Küche versuchen wollen: der „Curry Club“ in San Antonio (Nähe Cafe de Mare). Leckere indische Gerichte, stillecht serviert und ein sehr hübsches Ambiente sind der Lohn für die Fahrt nach San Antonio, die man auch gleich mit einem herrlichen Sonnenuntergang am Cafe de Mare verbinden kann.
Clubs/Discotheken:
Montags müsste man sich teilen können! Im Amnesia Sven Väth´s Cocoon Club und im Privilege die berühmt, berüchtigte Manumission Party. Beides einfach sehenswert. Das El Devino kann ich an jedem Tag empfehlen und alleine die Fahrt mit dem Fährboot von der Meile am Hafen zum El Devino (vorbei an den Luxusyachten) hat seinen Reiz. Das Restaurant des El Devino ist sehr bekannt und sehr „promilastig“. Seit Jahren eine der erfolgreichten Discotheken auf Ibiza: das „Pacha“. Auch hier gilt: jeder Tag ist einen Besuch wert! Neu: das Love Ibiza im ehemaligen Kiss/Somny. Ich war zwar noch nicht dort, aber die Mannschaft des „Love“ ist sehr augagiert und ich gehe davon aus, dass sich das „Love“ schnell zu einem festen Bestandteil der Clubszene entwickeln wird.
Bericht und Bildmaterial
Norbert Pogrzeba
www.NPX-Photo.com
www.Ibiza-Bangkok.com

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